P. Evarist Mader SDS (1881 – 1949)
Archäologe im Hl. Land
Durch die Görresgesellschaft fuhr er im Oktober 1911 fuhr er als Stipendiat der Görresgesellschaft in Jerusalem ins Heilige Land mit dem Auftrag, alte kanaanäische Opferstätten zu erforschen und eine auf mehrere Bände angelegte topographische und archäologische Beschreibung des Heiligen Landes vorzubereiten. Das erforderte viele ausgedehnte wissenschaftliche Expeditionen, allein und mit anderen Wissenschaftlern, zu Pferd und zu Fuß, in ganz Palästina, Syrien, Arabien und Ägypten.
1917 kehrte er nach Europa zurück und wurde Feldgeistlicher im 1. Weltkrieg. 1918 erlitt er eine schwere Verletzung, von der er sich nie mehr erholte. 1921-1925 wurde er im Caritas-Wesen in Berlin eingesetzt und fand noch Zeit zur Herausgabe von Büchern.
Durch die Vermittlung des Reichsarbeitsministers Braun bei P. Pankratius Pfeiffer gelang es P. Evarist im März 1925, ausgestattet mit einem Forschungsstipendium der Regierung, in sein geliebtes Palästina zurück zu kehren. Von der Görresgesellschaft wurde er mit der Wiedererrichtung ihres Orientalischen Institutes in Jerusalem beauftragt. An erster Stelle stand die Ausgrabung des alten Mambre, jener seit David verehrten Stätte, an der Gott dem Abraham sich in der Gestalt der drei Engel geoffenbart hatte.
Er wurde Direktor des Orientalischen Institutes der Görresgesellschaft in Jerusalem. Er fand viel Anerkennung im In- und Ausland durch seine gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Instituten in Palästina.
Nach Rückkehr aus Europa im Herbst 1931 machte er sich an die Ausgrabung der Brotvermehrungskirche in Tabgha am See Genezareth mit den herrlichen Fußbodenmosaiken aus byzantinischer Zeit. Verhandlungen mit dem Hl. Land-Verein und mit dem Generalat der Salvatorianer ließen Hoffnung aufkommen, dass die Salvatorianer eine Niederlassung und zugleich eine Brotvermehrungskirche aufbauen. Aber es zerschlug sich dann doch wieder, weil nicht die Leute gefunden wurden.
P. Evarist konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in sein geliebtes Palästina zurück. Trotzdem leistete er ein gewaltiges Pensum an archäologischen Veröffentlichungen, während er als Hausgeistlicher am Starnberger See lebte. Er starb am 13. März 1949. Sein Grab ist auf dem Waldfriedhof in München, wo die Salvatorianer ihre Ruhestätte haben. Auf seinem Grab steht die von ihm gewünschte Inschrift: "Um Sions willen schweige ich nicht. Aus Liebe zu Jerusalem ruhe ich nicht." Das Heilige Land redet nun von ihm als einem seiner großen und erfolgreichen Archäologen.
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